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Studie zur Vermittlung von Nachrichtenkompetenz in der Schule – Unterschiede zwischen West und Ost

Studie Nachrichtenkompetenz Allensbach Bild

Die Schule spielt bei der Vermittlung von Nachrichtenkompetenz eine zentrale Rolle. Und sie ist zu oft nicht gut darauf vorbereitet. Das ist eine zentrale Erkenntnis der Studie „Die Vermittlung von Nachrichtenkompetenz in der Schule“ des Instituts für Demoskopie Allensbach. Die Befragung von Lehrkräften und Lehramtsstudierenden zeigt große Unterschiede zwischen West und Ost – bspw. im Verständnis von Journalismus und seiner Rolle in einer Demokratie.

Für die Studie wurden 533 Lehrkräfte verschiedener Fachrichtungen befragt, 123 Lehramtsstudierende sowie 1010 Personen ab 16 Jahre der deutschen Wohnbevölkerung ab 16 Jahre. Die Studie ist von der Stiftervereinigung der Presse anlässlich ihres 60-jährigen Bestehens und mit Unterstützung des Bundesverbands Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) und der Stiftung Presse-Haus NRZ beim Institut für Demoskopie Allensbach in Auftrag gegeben worden.

Vermittlung von Nachrichtenkompetenz: Der Mehrheit der befragten Lehrkräfte (55 Prozent) und Lehramtsstudierenden (59 Prozent) ist die Vermittlung von Nachrichtenkompetenz in der Schule besonders wichtig. Auffällig ist der große Unterschied beim Lehrpersonal zwischen den westlichen und den östlichen Bundesländern (58 Prozent gegenüber 41 Prozent).

Nachrichten erkennen und einordnen: Mit Abstand am wichtigsten ist es den Lehrkräften und Lehramtsstudierenden dabei, Fähigkeiten zu vermitteln, die eine Orientierung in den zahlreichen Informationsangeboten erlauben: Schüler sollen lernen, „Fake News“ zu erkennen, einzuschätzen, welchen Informationsquellen sie vertrauen können, sowie Nachrichten kritisch zu hinterfragen und einzuordnen.

Medienskepsis und Auswirkungen auf demokratisches Selbstverständnis

Während im Westen nur 2 Prozent der Lehrkräfte guten Journalismus und Qualitätsmedien für weniger oder gar nicht wichtig für das Funktionieren unserer Demokratie halten, liegt der Anteil im Osten bei 12 Prozent (+ 4 Prozentpunkte gegenüber Vorgängerstudie aus dem Jahr 2020).

  • Dabei bewerten im Westen 92 Prozent der Lehrkräfte die Demokratie als Modell, das sich bewährt hat, im Osten teilt gut jede vierte Lehrkraft diese Position nicht. Auch unter Lehramtsstudierenden ist dieser Anteil mit 15 Prozent bemerkenswert hoch.

Gleichzeitig hat die Skepsis gegenüber den Medien seit 2020 zugenommen. 57 Prozent der Lehrkräfte sind der Meinung, dass in Deutschland zunehmend Falschmeldungen verbreitet werden (2020: 49 Prozent). Auch der Eindruck, klassische Medien hätten den Draht zur Bevölkerung verloren, ist angestiegen: 26 Prozent teilen diese Einschätzung (2020: 22 Prozent).

  • Generell haben junge Lehrkräfte unter 40 Jahren und Lehramtsstudierende einen überdurchschnittlich kritischen Blick auf die Medien.

Die Bewertung des Mediensystems steht laut Studie in engem Zusammenhang mit der Haltung zur Demokratie: Wer von der Demokratie nicht überzeugt ist, bewertet die Medien in Deutschland häufig schlechter, zweifelt öfter deren Unabhängigkeit an und kritisiert eher, was von ihnen bzw. wie es thematisiert wird. Trotz der kritischeren Beurteilung des Mediensystems im Vergleich zu vor sechs Jahren fallen die Urteile der Lehrkräfte über die deutschen Medien immer noch deutlich positiver aus als in der Gesamtbevölkerung.

Pressemitteilung